Wie bereits unter der Rubrik „Geschichte der St. Anna Kirche aufgeführt“, wurde an der Stelle an der sich nun die alte St. Annakirche befindet mit großer Wahrscheinlichkeit zuerst eine kleine Gutskapelle unbekannten Patronats errichtet. Ältestes Stück der heutigen Kirche ist der untere Teil des Turmes um 1200 im romanisch-frühgotischen Stil. Die Kapelle scheint schon vor dem Jahre 1500 der hl. Mutter Anna geweiht worden zu sein. Im laufe der Zeit wurde das Kirchlein zerstört, lag einige Zeit brach und wurde dann an alter Stelle wieder errichtet. In den letzten Jahrhunderten wurde die Kapelle vergrößert und in den heutigen Zustand versetzt.
Das Altarblatt zeigt St. Anna als Erzieherin. Gekleidet wie eine Matrone lehrt sie ihrer Tochter Maria die Bibel. Werk des Bamberger Hofmaler Sebastian Reinhard (1653-1716) um 1715 nach einem Bild von Peter Paul Rubens (1577-1640) in der Kathedrale zu Antwerpen (seitenverkehrt und ohne St. Joachim) und Bartholomäus Murillo (1617-82) in Prado, Madrid. Oft kopiertes Bild z. B. in der Marienkapelle Ebermannstadt, Pfarrkirche Pfaffenhofen/Ilm.
Oberhalb des Altarblattes ist ein Ölgemälde der heiligen Dreifaltigkeit. Sozusagen als Brücke zwischen Himmel und Erde ist das Hl. Herz-Jesu angebracht.
Als Seitenfiguren sind links Mariens Vater St. Joachim mit Hirtenstab und Bibel dargestellt. Rechts ist St. Josef als Jungmann, der spätere Bräutigam Mariens und Nährvater Jesu, mit Winkeleisen als Zimmermann dargestellt.
Beide sind gute Barockarbeiten um 1760, 1931 wurden diese restauriert und kamen 1975 als Leihgabe über Bamberg aus der St. Vitus Kirch zu Röbersdorf b. Hirschaid. Sie ersetzen zwei unschöne neuromanische Altäre aus dem Jahr 1901. Vor diesen standen schon einmal zwei Barockaltäre in der Wallfahrtskirche, die jedoch damals als „unmodern“ nach Bamberg verkauft wurden.“
In der Nische des rechten Seitenalters befindet sich anstelle eines aus der Nazarenerzeit stammenden St. Wendelin eine barocke St. Anna-Selbdritt, das Weilersbacher Gnadenbild.
Oben sind die fünf Wunden Christ eine beliebte Darstellung im Barock angebracht. Eine Heiligenfigur Johannes des Täufers der Vorläufer Jesu und Buß- und Gerichtsprediger ist links zu sehen.
Rechts ist eine Heiligenfigur des Johann Nepomuk (1340-1393), Generalvikar des Prager Erzbischofs, wurde wegen seines tapferen Eintretens für die Rechte der Kirche und des Beichtgeheimnisses von König Wenzel I. grausam gefoltert und am 20. März 1393 von der Karlsbrücke in Prag in der Moldau ertränkt.
Im linken Seitenaltarblatt ist die Unbefleckte Jungfrau, weder Erbsünde noch persönliche Sünde abgebildet. Oben ist das Auge Gottes als Zeichen Seiner Allgegenwart oder Liebe „Gott hat ein Auge auf mich“. Zu beiden Seiten sind die Eltern Mariens Joachim und Anna, mit der Hl. Schrift in den Händen.
Die vier Heiligenfiguren and den Chorwänden: Konrad von Parzham, 41 Jahre lang Klosterbruder am St. Anna-Kloster der Kapuziner in Altötting. (1818-1894). 1934 Heiligsprechung durch Papst Pius XI. Sebastian, Offizier der kaiserlichen Leibgarde zu Rom. Unter Kaiser Diokletian (284-305) als Christ mit Pfeilen erschossen. Barbara, Ihre Heimat ist östlich von Istanbul, Türkei. Als Christin vom Vater im Turm eingesperrt, später von ihm auch ausgeliefert und unter Kaiser Maximinus Daja 306 qualvoll zu Tode gefoltert.
Ottilie, Ihre Heimat ist das Elsaß. Sie war von Geburt an blind, bekam jedoch bei der Taufe das Augenlicht wieder. Gründete Klöster, wurde Äbtissin. Besonders in Süddeutschland verehrt an Quellen und auf Bergen.
Die Kanzel ist eine spätbarocke Arbeit mit den vier Evangelisten:
Auf dem Kanzeldeckel steht der lehrende Christus. Epitaph unter der Kanzel. Eine Reihe Adeliger hatten in Weilersbach Sitz und Eigentum. Man spricht von Schlössern. Ab 1709 kamen die Freiherren Karg von Bebenburg. Die Freifrau Anna Margareta, 1688 in Bamberg geboren, starb 1732 in Regensburg. Sie vermachte neben einer größeren Spende auch ihr Herz der St. Anna-Kirche zu Weilersbach. Es ruht hinter einem mit zwei Wappen geschmückten barocken Stein.
Das Kirchengestühl zeigt schöne Barockwangen im Mittelgang. In der Zeit zwischen 15. bis 17. jahrhundert herrschte in weiten Gebieten Deutschlands größte Not. Kriegszüge, Glaubenskämpfe 30-jähriger Krieg und Seuchen waren hierfür verantwortlich. Anschließend ca. nach 1650 kommt eine Lebensfreude auf, die sich auch im barocken Stil besonders unserer Kath. Kirchen wiederspiegelt. Nachdem man in den verschiedenen Nöten „Hölle“ erlebt hat, holt man im Barock ein Stück Himmel auf die Erde; alles ist licht, hell, farbig, schön, verspielt und viel Gold: „Für Gott ist das Beste gerade gut genug!“ und was im Himmel ist, muss auch in der Kirche seine bildliche Darstellung finden: Der Dreifaltige Gott, viele Engel und Heilige. Und alles Herbe ist bereits himmlisch verklärt: das Kreuz verziert, die Marterwerkzeuge vergoldet und auf den heiligen am Marterpfahl liegt schon besonderer Glanz. Gerade der von schlichter Nüchternheit fast erfrorene Mensch der Gegenwart atmet auf, wenn er inmitten eines solchen kirchlichen Himmels steht!
Die Königin aller Instrumente, die Orgel, wurden von Dietmann Lichtenfels 1901 errichtet und von der Fa. Braugart 1921 umgebaut. Das mit einem Manual ausgestattete Instrument besitzt 12 Register.
Der Hochaltar wurde im herzhaften Barock, um 1716 in Forchheim von „Tiroler Bildschnitzern“ gefertigt.“
Die Pfarr- und Wallfahrtskirche St. Anna ist eine Station des fränkischen Marienweges: Info zum Marienweg im folgenden Link:
Weilersbach - Wallfahrtskirche St. Anna (erzbistum-bamberg.de)